Auf Wiedersehen Seeadler

An unserem letzten Morgen wurden wir von der Sonne geweckt, die aus unseren Zelten kleine Öfen machte.

Ein letztes Mal gab es Frühstück, diesmal sogar mit selbstgemachter Marmelade von der Hausherrin.

Auf nur noch 10 kleine Paddler reduziert, waren wir schnell seeklar und schipperten los. Es war der erste fast windstille und sonnige Tag. Es war ein Genuss über den ruhigen See zu gleiten und die Natur zu beobachten. Zu unserer Freude konnten wir einen großen Seeadler beim jagen im Wasser beobachten. Schnell waren wir wieder an der noch vom Vortag bekannten Lorenbahn angekommen. Nicht alle Aktivtouristen waren so entspannt und erfahren wie wir und drängelten einigermaßen schlecht gelaunt und unverschämt herum. Davon unbeeindruckt half unsere Truppe bereitwillig eben diesen Nörglern beim Tragen ihrer Boote oder beim Be- und Entladen der Loren. Wir waren so zeitig dran, dass neben einem Picknick auch noch Zeit für ein erfrischendes Bad war. Frisch verpackt und in wechselnder Besetzung ging es auf die letzten Meter. Fasziniert von der Möglichkeit sich selbstständig einen Weg zwischen den Brückenpfeilern hindurchzusuchen, entschied sich ein Boot kurzerhand für den Pfeiler. Nach einen kurzen aber kräftigen Nicken der Besatzung, ging es auch schon weiter. Durch schilfbewachsene Kanäle und unter einer Brücke voller emsig besuchter Schealbennester hindurch. Und schon waren wir da.

Ein letztes Mal Boote aus dem Wasser ziehen und putzen. Schwimmwesten aus und Pommes bestellen. Dann ging es auch schon zum Bahnhof.

In Berlin füllten wir noch einmal unsere Vorräte und Mägen und bestiegen den Zug nach Hause.

Dort gab es dann auch die fast on Vergessenheit geratenen mobilen Endgeräte zurück. Es wurde sehr still….

Nun sind wir alle wohlbehalten wieder zu Hause und freuen uns auf ein richtiges Bett und eine Dusche ohne Zeitbegrenzung. Der/die eine oder andere wird vielleicht noch ein paar Münzen gegen die Badezimmertüre werfen, falls das Wasser kalt wird….

Abschied von den Berlinern

Am Morgen krabbelten wir über unsere Obstwiese zum Frühstück. Wir haben uns vorgenommen zügig zu starten, damit unsere Berliner Jungs noch das volle Paddelvergnügen genießen konnten.Während wir schon bei Abwasch und Zeltabbau waren, kam uns ein eingefleischtes Paddelpaar entgegen und fragte bewundernd woher denn diese Kinder kämen, die sich so leise und zivilisiert verhielten. Sie hatten mit einer bis spät in die Nacht lärmenden, unordentlichen Horde gerechnet, aber nicht damit, daß sie nach 22 Uhr selbst die Lautesten waren.Schnell waren die Boote beladen und wir auf dem Weg. Hinauf ging es die Havel über kleine Kanäle und Seen. Am Ende des Pagelsees mussten alle Boote aus dem Wasser und rauf auf eine uralte Lorenbahn. Vier Boote pro Wagen. Vollgestopft mit all unserem Kram und den Vorräten kam da einiges an Gewicht zusammen. Mit vereinten Kräften wuchteten wir die Kanus auf das Ding und schoben los. 700 Meter weit. Am anderen Ende bedurfte es ein paar gesunder Snacks und Süßwaren bevor es weiter gehen konnte. Die Sonne bequemte sich dann auch endlich mal nach draußen und ermöglichte uns Einblicke in das glasklare Wasser der Havel. Nach und nach schälten wir uns aus unseren Zwiebelschichten. Am Morgen hatte es noch 14 Grad.Sehr zeitig kamen wir am Zielort, dem Havelursprung, an und bauten unser Lager auf. Eigentlich wollten wir die Berliner Jungs am Zeltlager verabschieden, aber unsere Kuschelgruppe ließ es sich nicht nehmen die 4 gemeinsam an den Bahnhof zu bringen um sie dort zu verabschieden. Nach zahllosen Umarmungen und wildem Winken hüpften sie in den Zug und wir tappten leicht dezimiert nach hause.Schnell fiel auf, dass ein wichtiger Teil der Gruppe fehlte. Wir sind halt doch unglaublich zusammengewachsen über die Tage. Was hilft besser gegen Liebeskummer als Eis? Vermutlich wenig. Also haben wir uns das größte Eis der Welt besorgt. Danach ließen wir den Abend mit Grillfleisch und Lagerfeuer bei herrlichem Seeblick ausklingen.Jetzt geht es langsam ins Bett, damit wir morgen auch noch unsere letzte Etappe bewältigen.

Pommes helfen immer

Nach einer überraschend ruhigen Nacht, gab es ein ausreichendes Frühstück. Anschließend wurden wie immer die Kanus beladen und neu zusammengewürfelte Kanupaare nahmen Platz, um den Tag miteinander zu verbringen. Platsch! Die beiden schwersten Mitglieder der Gruppe mit dem schwersten Gepäck (die Essenskiste) waren fast beim einsteigen ins Wasser gefallen. Den ersten Teil der Tagesetappe ging es durch einen Kanal. Danach über einen kleinen Teil eines Sees, auf dem der Wind recht stark blies. Wellen und Wind von backbord. Eigentlich kein Problem mehr für uns. Einzig die beiden schon erwähnten schweren Jungs, also eher ein schwerer Junge und ein Baby Elefant, hatten hier ein bisschen zuviel zu kämpfen. Gott sei dank kamen schließlich alle an. Eine Lore sollte uns helfen alle sieben Kanus von einem See in den anderen zu bringen, doch da erblickten wir den Schleusenwart, der uns schließlich durch die Schleuse fahren ließ. Oben abgekommen mussten wir nochmal die Bootsbesatzungen durchtauschen, schließlich hatten wir einen langen See mit viel Wind noch vor uns und unsere Essenskiste wollten wir nicht einbüßen. Zeitgleich erfuhren wir, dass wir etwas heute weiter fahren mussten, da auf unserem geplanten Campingplatz nicht genügend Platz war. Nach dem Useriner See, den wir dann doch sehr entspannt hinter uns ließen, gings durch ein paar kleine Kanäle Richtung neuem Campingplatz. Zuvor allerdings machte sich, während einer kurzen Pause, eine Mitreisende über den Chili Topf her! Mhh lecker. Am Ende einer langen Fahrt durch mehrere zugewachsene Kanäle, kamen wir etwas unterkühlt und fertig an. Unsere erste Blick fiel auf die Karte des Fischers: Pommes! Und die helfen immer und beim allem. Bauchweh, Hunger, Kälte,…
Zelte aufbauen, aufräumen und dann den Grill vorheizen. Heute ist Grillparty! 5 kg Fleisch und einige Grillkäse später taumelten wir uns Bettchen. Satt und zufrieden.

Erster!

Heute muss es schnell gehen. Deswegen schreiben wir auch erst den heutigen Vorbericht und hoffen beim nächsten mal Empfang den Bericht von gestern abzuschließen.Wir sind auf einem Wasserwanderrastplatz mit ein paar großen Gruppen. Da wir heute einen der schönsten Steckenabschnitte vor uns haben, wollen wir das möglichst ungestört genießen. Und das geht nur wenn wir vor der Horde davon kommen.Von daher sind bereits alle Zelte gepackt, das Geschirr abgewaschen und die Bäuche voll. Emsig werden die Boote beladen und auf der anderen Seite der Straße in den See gebracht.Gleich kann es losgehen!Und dann ist es soweit. Los geht’s. Erstmal durch einen kleinen See in einen sehr viel größeren. Und diesen bis ans Ende durchfahren. Und jetzt…? Ach ja. Dahinten, zwischen dem Schilf, kaum zu sehen ist der Eingang zur Schwanenhavel. Ein winziger Kanal, nein, ein winziges Etwas Wasser. Teilweise so flach, dass wir die Kanus hinter uns herziehen mussten. Rechts und links durch Schilf oder einen Wald begrenzt. Maximale Breite ca 3-4 Meter, oft aber nur 1-2 Meter und so gut wie immer überwachsen von Bäumen, Sträucher oder Schilf. Eine wahre Herausforderung für unsere Steuerfrauen und Männer. Über eine Stunde Stille und Genuss. Man hört alles, Vögel, Bienen, Mücken, Enten, Fische, Libellen, Frösche… Und sieht sie auch. Danach brauchen wir erstmal eine kleine Pause. Aufladen der Energiereserven und verarbeiten des Erlebten. Und dann gleich das nächste Highlight… Eine Schleuse. Wir und unsere zerbrechliche Kanus zusammen mit riesigen Hausbooten und 15 Meter Jachten. In Null komma nix ging es fünf Meter in die Höhe. Vorsichtig vor den riesen Schiffen raus aus der Schleuse und zu unserem nächsten Ziel. Denn Hafen von Wesenberg. Nachdem wir dort angelegt haben, gibt’s ein kleines Mittagessen bei der Hafenmeisterin. Eintopf, Currywurst oder Gulasch. Nach den Essen geht eine Gruppe zum Einkaufen und die anderen dürfen frei haben. Gut eine Stunde später, wird der einkauf für die restlichen Tage unserer Reise verstaut und es geht weiter. Der Wind steht recht gut, also von schräg hinten, so dass wir ein großes Stück des vor uns liegenden Sees übersegeln können. Am Ende und zwischen drinnen ein paar Paddelschläge und schon sind wir da. Unser Campingplatz befindet sich direkt am See.

Nach einem immens großen Funkloch können wir uns erst jetzt wieder melden….

Als nächstes stand uns der große Woblitzer See, den wir in fast voller Läge durchqueren mussten, bevor. Das mit dem günstigen Wind erwies sich als nur halb richtig. Dennoch versuchten wir Kräfte zu sparen und segelten ein Stückchen, paddelten quer gegen die Wellen an und segelten wieder. Zügig kamen wir voran und legten bald am Zeltplatz an. Da alles komplett ausgebucht war, durften wir direkt unten am Wasser übernachten. Schnell sicherten wir uns eine der großen überdachten Bänke am Strand wo wir kiloweise Chili kochten und spachtelten.

Den restlichen Abend verbrachten wir mit Feldstudien über andere Camper, wunderten uns darüber, wie sehr uns inzwischen laute Geräusche störten oder genossen einfach die Seeromantik.

Aschenputtel und der Werwolf

Früh erwachten wir heute morgen und es kam sogar die Sonne raus.Nach einem ausgiebigen Frühstück packten wir zügig unsere Sachen und beluden die Boote. In komplett neuer Besetzung der schwimmenden Nussschale gings los.Die Erfahrung des Vortages machte sich bezahlt und so paddelten wir sehr entspannt in einer langen Schlange über den See und durch wunderschöne kleine Kanäle.Mittlerweile sind wir auch schon an unserer Picknickstelle, und damit auch an unserer ersten Umtragung der Tour angekommen. Nach Bestellungen unter den Namen Aschenputtel, Werwolf und der schönen Helena packen wir nun gestärkt unsere Boote und schleppen sie zu Fuß die 50 Meter über die Straße. Schließlich sind wir jung, fit und stark…. und der einesparte Eurokleinstbetrag ist ja auch viel besser in Duschmarken investiert.Wir hoffen euch heute Abend über den Rest der Tagesetappe berichten zu können. Da das mit dem Naturschutz hier aber sehr ernst genommen wird, verzichtet man auch auf jeglichen Empfang.

Nachtrag :

Gleich nach unserer Umtragung ging es in einen idyllischen Kanal. Zwischen Seerosen und Schwanenfamilien ging es hindurch über den für Motorboote gesperrten Rätzsee bis in den Gobenowsee. Nach einigem Gegenwind konnten wir nun aber mit einer eigentlich als Regenschutz gedachten Plane ein Segel bauen. Schnell bildeten wir mit unseren Booten ein riesiges Floß und sausen in Richtung Ziel. Als im hinteren Teil des Gobenowsee sich die Windrichtung um 10 grad drehte,mussten wir wieder unsere Muskeln spielen lassen und selbst paddeln. Es waren aber nur noch knapp 45 Minuten und schon waren wir da. Noch einmal durch einen verwunschenen Wald und schon waren wir da.

Nach Zeltaufbau und allgemeinem Getrödel war sogar noch Zeit für einen Badestop am örtlichen Strand. Die paar Tropfen regen konnten so am besten ertragen werden.

Beim gemeinsamen Kochen wurde der Schlachtplan für den kommenden Tag besprochen und später der verbleibende Platz im Magen mit Eis gefüllt. Ab ins Zelt und gute Nacht.

Zickzack oder die Kunst zu steuern

Die ersten zehn Meter waren die schwersten. Für einige Teilnehmer unser Kanukrabbelgruppe waren diese zehn Meter etwa fünfzig bis hundert Meter lang. Klar, wenn man von rechts nach links die gesamte Breite des Sees auszunutzen versucht. Unabsichtlich, den ein Kanu mit zwei Personen zu steuern, ohne sich massiv in die Haare zu bekommen, ist nicht so einfach wie es vielleicht klingt. Also eine Herausforderung. Nach gut drei Stunden kamen wir an unserem ersten Tagesziel an. Einem frischen Fischbrötchen. Fangfrisch direkt beim Fischer. Lecker. Nach einer kurzen Stärkung, gings gegenüber zum einkaufen für die nächsten zwei Tage. Danach alles verstauen und schließlich weiter Richtung Campingplatz. Auf direkter Linie. Ohne Zickzack oder three-sixties. Gegen 18:45 Uhr waren wir schließlich da. Fast schon gewohnt zügig (am zweiten Tag!) standen alle Zelte, alle Kanufahrer*innen waren geduscht und das Essen war gekocht. Kartoffelpüree, Spinat und Eier. Lecker, schnell und einfach.
Gute Nacht… Äh, Stopp! Einer der Helden hatte heute Geburtstag. Sweet Sixteen! Und alle haben den ganzen Tag immer wieder gesungen. Und dann, gab’s am Ende des Tages noch Kuchen bei Kerzenlicht.
Wir sind stolz auf unsere Gruppe, die seit der ersten Minute eine Gruppe ist. Und freuen uns schon auf die nächsten Tage.

Erstwasserung

Die Technik spinnt…! Nach dem ersten Tag, dem Anreisetag, mit all seinen Unwegsamkeiten, hatten wir gerade unseren Blogeintrag geschrieben und versendet, als uns auffiel, dass es auf unserem Campingplatz nur sehr eingeschränkten Internet Empfang gab. Als am nächsten Tag endlich die Anzeige des Handys Internet anzeigte, war unser Beitrag verschwunden. Arggh. Also nun noch einmal.
Morgens, nein, früh morgens oder fast noch in der Nacht, klingelte die Wecker. Zum vorerst letzten Mal zuhause aufstehen. Statt in die Schule ging es zum Hauptbahnhof. 6:45 Uhr Treffpunkt. Abfahrt um 7:13.Alle sind pünktlich. Sogar der Zug! Nach einer sehr entspannten und unterhaltsamen Fahrt, steigen wir in Berlin um und kommen planmäßig gegen 14:10 in Neustrelitz an. So weit so gut. Vor zwei Jahren hatten wir hier schon vier Stunden Verspätung. Mit dem shuttle ging es zum Campingplatz und, obwohl es der erste Tag war, baute die Gruppe unsere Nachtlager fast schon routiniert, problemlos und schnell auf. Danach ging es zum ersten Mal in die Kanus. Probefahrt inclusive Kenter- und Rettungsübung. Alle haben es überlebt. Nachdem nun bereits zwei von uns nass waren,gingen auch die übrigen baden. Dann n mich heiß duschen und schließlich eine kleine Pastaparty (Nudeln mit Soße) zum Abschluss des Tages. Gute Nacht, morgen kann es losgehen.

Endlich geht es los

Morgen ist es endlich soweit! Nach einem Schuljahr der Vorbereitung und Vorfreude, geht es jetzt endlich los.

Damit der Paddelspaß sofort beginnen kann, haben wir uns nicht gescheut bereits die Bahn um kurz nach 7 in Richtung Berlin zu nehmen.

Dieses Jahr freuen wir uns besonders eine große Anzah starker Mädels mit an Bord zu haben. Zwei der jungen Damen waren bereits 2017 mit uns auf Tour und werden uns daher in Navigation und Organisation vor Ort noch besser unterstützen können.

Bis dahin hoffen wir, dass wir morgen ohne größere Naturkatastrophen und Verzögerungen ankommen und gleich ins Kanu klettern können. Vor zwei Jahren verbrachten wir den ganzen ersten Tag wegen Gleisunterspülungen auf einer großen Rundfahrt um Berlin und schliefen dann in einer Art Bierzelt, auf selbigen Garnituren, damit das Wasser unter uns hindurch fließen konnte.

Wir erwarten also voller Spannung eine Woche voll von Abenteuern, Teamgeist, Sport und Spaß!

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